00:00:00: Wenn man sich mal überlegt, in welche Bahnen das eigentlich gelaufen ist.
00:00:03: Also wie viel Geld jüngste Künstler die gerade von der Akademie gekommen sind gekostet haben dann glaube ich dass viele Leute realisiert haben dass das Rad vielleicht ein Stück zu weit gedreht wurde.
00:00:13: denn jemand der mit Zweiunddreißig super begehrt und super renommiert und super hip ist da weiß man ja nicht wie der in die Kunstgeschichte kanonisiert wird wenn er fünfsebzig geworden ist Das ist einfach Glaskugel.
00:00:24: Und da glaube ich das es bei den Sammlern Und dementsprechend auch bei den Anbietern ein großes Interesse gibt an der wertstabilen
00:00:31: Position.
00:00:32: sagt Lukas Minzen, den wir für eine neue Folge der Kunstpause
00:00:35: getroffen
00:00:35: haben.
00:00:36: Und wir freuen uns sehr mit Lukas MINZEN einen Kunsthändler einer der ältesten Galerien Deutschlands in seiner Generation aber einem der jüngsten Kunsthänder seines
00:00:45: Fachs
00:00:46: bei uns begrüßen zu dürfen und vor allem den ersten Kunsthistoriker in diesem seit fünf
00:00:51: Generationen aktiven Kunsthandel-Galerie
00:00:54: Utermann.
00:00:54: Herzlich willkommen
00:00:55: Lukas!
00:00:56: Vielen Dank ich freue mich sehr hier sein zu
00:00:57: dürfen Und von meiner Seite herzlich willkommen in der neuen Folge der Kunstpause.
00:01:01: Wie immer wird es zu Beginn unseres Podcasts um ein Werk gehen und wir haben uns heute ausgesucht Konrad Klapeik, Glanz & Elend der Reformen aus den siebziger Jahren.
00:01:11: Ich musste erst mal nachschauen was eigentlich abgebildet ist.
00:01:13: Es ist eine riesige Planierraube die wirklich monströs das Bild ausfüllt und von den Freunden der Nationalgalerie in den neunzigern Jahren angekauft wurde.
00:01:23: Es ist glaube ich auch in der aktuellen Sammlungspräsentation Zareisproben Nationalgalerie zu sehen oder wurde kürzlich ausgewechselt.
00:01:30: Ich habe es aktuell nicht mehr genau im Kopf, aber es war auf jeden Fall zu sehen.
00:01:36: Wie kommt es das du dir dieses Bild ausgesucht hast und was fasziniert dich an Clapec?
00:01:41: Also offen und ehrlich war das Felix der eigentlich perfekt meine Wünsche antizipiert hat.
00:01:50: ist eigentlich einer meiner Hausheiligen.
00:01:52: Ich finde diesen Maler auf eine Art und Weise so speziell, so unverkennbar, so interessant, so pointiert, so gewitzt und so kritisch – auch so ästhetisch dass das die perfekte Wahl
00:02:05: war.".
00:02:06: Seine Werke zeigen ja oft Alltagsgegenstände, riesige Nähmaschinen.
00:02:10: Schulleistentaschenmesser, Bügeleisen die so monströs erscheinen dass sie einen irgendwie wie so ein Wesen ansprechen oder vielleicht auch eine Art Bedrohung.
00:02:19: das sind für mich die Werke von Clappeck.
00:02:21: des Ausmacht.
00:02:24: ist es auch vielleicht auch ein bisschen Kind dieser damaligen Zeit, die Siebziger auch gerade die Planierraube, die alles wegschiebt.
00:02:33: Der Titel auch Glanz und Elend der Reform.
00:02:35: wenn wir so in das Werk jetzt mal eintauchen ist es diese Planieraube die die Reform anschiebt oder sogar alles planiert und weg schiebt.
00:02:41: ich weiß es nicht.
00:02:42: Das
00:02:42: ist sicherlich korrekt formuliert weil's genau die Ambivalenz im Clapexwerk eigentlich perfekt darstellt.
00:02:46: also Wenn man sich diese Maschinenbilder anguckt dann denke ich persönlich in einem gewissen Maße an Pop Art Ich denke an Surrealismus Ja, irgendwie auch etwas ikonenhaftes.
00:02:58: Weil diese Maschinen haben ja etwas auf der einen Seite gänzlich entmenschliches und auf der anderen Seite etwas doch nahebares.
00:03:05: also auch natürlich weil sie mit den Titeln... Und das ist eigentlich sehr interessant denn Klappeck hat sich überlegt ob er eigentlich Schriftsteller oder Künstler werden möchte?
00:03:12: Das finde ich ist eine gute Verbindung für das Verständnis seines Werkes.
00:03:18: Also dass eben diese Titel gewählt werden die ein Jahr auch die eine hohe Suggestionskraft haben
00:03:26: sexuelle Anspielungen sind.
00:03:28: Die heißen dann sowas wie der zweite Frühling des Mannes und zeigen ein etwas nach unten geneigten Gegenstand mit einem Schloss davor, enthalten manchmal ja auch wirklich Gegenstände die man fast gar nicht mehr erkennt.
00:03:39: also man meint sie zu erkennen eine irgendwie haptische vielleicht fast Erinnerung an sie zu haben einen Griff wieder zu erkennen den man vielleicht schon mal angefasst hat.
00:03:46: aber der Gegenstand selbst ist quasi sinnlos Und da kommt vielleicht das surreale Element mit rein.
00:03:53: Ja, unbedingt!
00:03:54: Das empfinde ich genauso.
00:03:55: und es gibt Nähmaschinen... Da sieht man dass es eigentlich eine Nähmachine ist nur fehlt sozusagen das essentielle einer Nähmachine und zwar die Nadel.
00:04:03: Und das finde ich schon ausgesprochen spannend also eben in welcher Art man vor diesen Bildern steht und wirklich beginnt zu versuchen das mit Leben zu füllen.
00:04:13: Das ist schon sehr besonders
00:04:15: Aktuell ist Konrad Klapek übrigens gar nicht im Museum zu sehen, sondern in der Galerie Max Hetzler.
00:04:20: Unweit von den neuen Nationalgalerien.
00:04:21: Eine absolut empfehlenswerte Ausstellung denn dort sieht man diese konzentrierte Spannung und diese so realistischen Maschinen auf eine wunderbare Art und Weise gegenübergestellt.
00:04:33: und zu dem Besuch kann ich nur animieren.
00:04:35: wenn man mehr vom Klapeck sehen möchte vor allen Dingen wenn Glanz und Illen der Reform gerade nicht hängt sollte man zum Max Hitzler bildern.
00:04:42: Gleichzeitig ist Konrad Klapek und vielleicht auch deswegen die Wahl dieses Werks ein Künstler aus der Region, in der die Galerie Utermann zu Hause ist.
00:04:50: In Dortmund!
00:04:52: Also er kommt glaube ich aus Düsseldorf oder?
00:04:55: Das ist alles relativ nah beieinander.
00:04:57: Vielleicht kannst du uns mal ein bisschen in diesen Kosmos führen wo... du zu Hause bist in Dortmund und in der Welt.
00:05:05: Was ist das überhaupt für ein Stück Deutschland, dass es sich auf jeden Fall aufzusuchen lohnt auch außerhalb der Manifesta?
00:05:12: Also als Dortmunder und dementsprechend Ruhrgebietler hat man bei Figuren wie Klapek und den Düsseldorfer Kunstakademie sicherlich eher einen... einen privilegierten Zuschauerplatz, nur wenn man sich die Kulturregion Ruhrgebiet eigentlich vergegenwärtigt.
00:05:27: Also sich anschaut was es für Museen von Essen über Oberhausen bis nach Dortmund gibt.
00:05:31: und was für Sammlung ist das eigentlich?
00:05:33: eine ja geradezu sträflich ignorierte Kulturlandschaft, die jeden Besuch rechtfertigt in das was man dort zu sehen bekommt Kaspar David Friedrichs, die es in Dortmund gibt.
00:05:46: Was viele Dortmunder nicht wissen bis zu tollster zeitgenössischer Kunst und der Volkwangschule beispielsweise die wunderbare Leute- und Designer ausbildet.
00:05:54: also das ist eine sehr spezielle Region sicherlich eine heterogenere Region denn ich weiß nicht wie viele Kommunen das sind, in denen es alleine einundzwanzig Kunstmuseen gibt hoher kultureller und künstlerischer Qualität oder auch Konzerthäusern, wie es sie eigentlich selten auf der Welt gibt.
00:06:19: Und als Berliner müssen wir vielleicht die Zuhörerinnen dieses Podcasts auch noch mal kurz daran erinnern, dass die Fahrt von Köln nach Düsseldorf und von Düsseldof nach Essen letztlich nichts anderes ist als eine Fahrt vom Kolbemuseum zur neuen Nationalgelderie.
00:06:33: Ja!
00:06:33: Vielleicht
00:06:34: sogar etwas kürzer?
00:06:35: Wahrscheinlich sogar etwas kurzer... Von Düsseldorf nach Essen ist man mit dem Zug wahrscheinlich in fünfundzwanzig Minuten, an zwanzig weitere Minuten.
00:06:44: Also sozusagen man braucht von der Kunstamtung Nordrhein-Westfalen mit Pollock und Paul Klee bis zum Volkwagenmuseum mit den wunderbaren blauen Reitern bis nach Dortmund in die Sammlung Göppel mit tollsten Expressionisten einem der schönsten Beckmann Selbstportreys.
00:06:59: Ich würde sagen einen guten Vormittag!
00:07:01: Eure Galerie wurde... Das ist wirklich eine Zeit, wo ich mich gefragt habe wir haben da eigentlich Galerien funktioniert.
00:07:09: wird der Kunstmarkt funktioniert.
00:07:10: Wer waren die Käufer?
00:07:11: Kannst du uns so ein bisschen in diese Anfangszeiten mitnehmen oder ist überhaupt aus dieser Anfangszeit was
00:07:16: bekannt?
00:07:17: Also es ist natürlich einiges bekannt sicherlich auch durch familiäre Überlieferung.
00:07:22: Ein klassisches Archiv gibt's nicht mehr weil die Galeriene unzertreinvierzig in der Dortmunder Innenstadt von einem Bombentreffer tatsächlich dem Erdboden gleich gemacht wurde.
00:07:30: Es hat, dass wir etwas vermessen zu behaupten, auch nicht als klassische originäre Kunstgalerie angefangen.
00:07:36: Das ist tatsächlich angefangen als Antiquariat und als Werkstatt für Rahmenleisten und solche Dinge.
00:07:44: Und es hat sich dann eben zu einer Kunsthandlung entwickelt, die relativ früh mit der Düsseldorfer Mahler Schule... gehandelt hat und vertreten war.
00:07:52: Welche
00:07:52: Rolle spielte da der Kontext aus dem Ruhrgebiet?
00:07:56: Was ja zu dieser Zeit, wir sind an der Schwelle der Industrialisierung sicherlich auch eine bestimmte Klientel hervorgebracht hat ein gestimmtes Bürgertum das mit Kunst leben wollte.
00:08:07: was wissen wir darüber an wen Uttermann zu dieser zeit also um verkauft hat.
00:08:13: Wer waren die Kunden?
00:08:14: Tatsächlich durch die vielen Unterlagen kann man da, könnte ich jetzt nicht behaupten dass es die Grupps oder sonstige große Industrie-Fürste gewesen sind.
00:08:24: Natürlich ist in der Zeit großes Vermögen angehäuft worden durch die durch die in Anführungszeichen Ausbeutung der Erde als industrielle Lunge Deutschlands also werden sicherlich und das ist auch Jahrzehnte so gewesen.
00:08:37: Leute die mit dem Werkbau zu tun hatten sind natürlich auch unsere Kunden gewesen.
00:08:42: Dann wiederum, wenn man über das Ruhrgebiet nachdenkt.
00:08:44: Also es ist alles so eng beieinander aber die Städte sind halt eben auch grundverschieden.
00:08:47: also Dortmund was vor allem für Bier und Stahl bekannt gewesen ist dann wieder um Wuppertal oder ähnliches die mit Seiten gearbeitet haben.
00:08:54: dann sind die Doppel da eher nach Berlin gefahren nach Preußen Die Essener sind eher nach Paris gefahren und haben dort ihre Einflüsse geholt.
00:09:02: Und wenn man sich dann wiederum überlegt dass eigentlich einer der wichtigsten Sammler, der modernen Kunst.
00:09:07: Einer der frühesten Unterstützer der französischen Impressionisten von Van Gogh oder wem auch immer Karl Ernst Osthaus gewesen ist, der in Hagen gelebt hat und dort das Volkwagen Museum gegründet hat dann finde ich das doch überraschend.
00:09:19: also da Hagen ist ja nun wirklich ein Ort den man damit nicht zusammenbringt und auch wenn man durchläuft diese Henry-Vandefeld bauten sieht es eigentlich ziemlich unglaublich.
00:09:28: Ich habe auch noch mal nachgesehen, also wir sprechen ja auch über eine Zeit wo das Bürgertum erst aufstrieb und sich quasi entwickelte.
00:09:37: Immer wissbegieriger wurde, wo auch erste Museen entstanden.
00:09:40: Also in Berlin ist es das alte Museum.
00:09:41: Und dann in den Nachtsrat dreißig ist es gegründet und errichtet worden.
00:09:45: Also eines der ersten Museen Berlins kann man sagen.
00:09:48: Wurde damals noch vom damaligen König Friedrich Wilhelm III war dafür verantwortlich, der das gefördert hat.
00:09:53: diesen Gedanken aber auch eine Rolle die ich im Zuge der, auseinandersetzung mit der Geschichte der Nationalgalerie.
00:10:03: Erst verstanden habe sind da auch private Sammler und gerade Stichwort privater Sammlar ist eigentlich der Begründer des Volkwangen Museums und in Berlin ist es Joachim Heinrich Wilhelm Wagner für die Sammlung der Nationalgalerie.
00:10:14: Da sind ja auch Protagonisten Kunden vermutlich in diesen Galerien.
00:10:18: waren oder wo haben die gekauft?
00:10:20: Wo haben die Dinge entdeckt und wie sind sie an ihre Werke, um die Arbeiten ihrer Sammlung gekommen.
00:10:29: Also ich glaube dass man total unterschätzt welche Netzwerke damals bereits bestanden haben vor der Art Basel und vor Instagram und zwar das sich informierte Kreise dass die Kreise gereist sind, dass sich Leute ausgetauscht haben.
00:10:45: Und das ist natürlich wer sie der Händler gegeben hat und Galeristen, die wussten, wen sie anzusprechen haben bei welchen Dingen.
00:10:51: Wir sind die Agalerie Uttermann des Dortmunds nicht Paris.
00:10:55: Wir haben nicht Cézanne ausgestellt, wir haben nicht Monet ausgestellt aber mit der Düsseldorfer Malerschule hat sich doch schon auch viel dieses Bestrebens eines Bürgertums verbunden nach Repräsentationszwecken und das sind natürlich unsere Kunden gewesen.
00:11:08: Ein Großteil eures Programms sind Künstler der Brücke, sind aber auch Feininger.
00:11:13: Also die Künstlern, die in den zehn oder zwanziger, dreißiger Jahren das bestimmt haben was interessant war.
00:11:19: Was hat dich dazu motiviert?
00:11:22: Das ist eher ungewöhnlich würde ich sagen als junger Mann genau in diesem Feld dann auch tätig zu werden als Händler.
00:11:29: also die meisten jungen Galaristen deines Alters, die ich kenne handeln mit zeitgenössischer Kunst dass auch teilweise sehr erfolgreich
00:11:37: Speziell.
00:11:39: Ja, mit einem Augenzwinger würde ich sagen... ...ich habe mich nie zu den besonders hippen Leuten gezählt und dementsprechend hab' ich mich anders entschieden.
00:11:46: Nein aber ohne Spaß.
00:11:47: das hat was mit einfach einer besonderen intrinsischen Interesse zu tun.
00:11:51: also ich bin zum einen bin nicht ein Stiefkind es hört sich immer so despektierlich an sondern meine ich deshalb überhaupt nicht.
00:11:57: also dementsprechend bin ich nicht ganz klassisch damit aufgewachsen sondern dieses Interesse hat sich vor allem während meines Studiums eigentlich entwickelt und durch meine Ausbildung besser so wie es gearbeitet, bei der neuen Galerie in New York habe ich einfach gemerkt dass das was wir handeln auch das ist was mich wirklich begeistert.
00:12:14: Ohne mich natürlich inhaltlich beschränken zu wollen denn wir sprachen gerade über Konrad Klapeck.
00:12:19: also das ist jemand den ich mit in das Programm integriert habe wo ich der Meinung bin das ist eine konsequente Weiterentwicklung.
00:12:24: als ich angefangen habe kam auch alle Leute alle sammler zu mir und sagten so sie machen jetzt zeitgenössische Kunst.
00:12:30: Nee, das mache ich nicht.
00:12:31: Ah dann machen sie also Fotografie!
00:12:33: Nein, das mach' ich ja auch nicht.
00:12:34: Ich bin offen und ehrlich, ich bin hier angetreten um das Rad neu zu erfinden sondern ich bin angetretend um uns in der Qualität tatsächlich zu spezialisieren, um uns zu internationalisieren die Museumskontakte auszubauen und uns wirklich noch viel intensiver der Qualitet zu verschreiben.
00:12:52: Und da waren die Leute erstmal etwas... Ich möchte nicht sagen irritiert, aber sozusagen hatten eigentlich erwartet dass ich mit einer neuen Idee komme.
00:12:58: Aber ich finde das eigentlich die attraktivste Idee, die ich mir als Händler vorstellen kann, dass sich mich der Qualität widmen und den besonderen und eben auch dem Musialen.
00:13:07: Und das ist der Grund warum ich dann aus New York nach Dortmund zurückgegangen bin denn auch das es ja eigentlich eher vielleicht ungewöhnlicher Schritt.
00:13:15: ein großer Unterschied denke ich deines Kunsthandelns im Vergleich zu den jungen Galeristinnen, die wir hier schon im Podcast hatten ist tatsächlich der das deine Künstler oder ein Großteil der Künstlern mit denen ihr handelt nicht mehr lebt.
00:13:28: Das heißt, die Ware kommt nicht einfach durch die Tür in unterschiedlicher Qualität – manchmal muss man ja und manchmal nein sagen -, sondern du musst nach ihr suchen!
00:13:39: Wo suchst Du nach Ihr?
00:13:42: Leben, dein berufliches Leben besteht wahrscheinlich genau auch zur Hälfte nicht nur aus Verkaufen sondern auch aus
00:13:47: Kaufen.
00:13:49: Also tatsächlich würde ich sogar sagen dass der Ankaufsteil fast sogar wichtiger ist als der Verkaufsteil denn eine Arbeit zu finden und das kann manchmal über Jahre gehen bis Sammler sich an uns wenden und sagen, dass verkaufen wir jetzt oder sie sind der Richtige um das in den Markt zu geben.
00:14:08: Und ich würde nie jemandem auf den Füßen stehen wollen, um ihm zu sagen Das müssen Sie aber unbedingt verkaufen Jetzt ist der richtige Zeitpunkt oder was auch immer.
00:14:15: Sondern das sind ja auch zutiefst persönliche Motive warum Kunst wiederverkauft wird.
00:14:18: wenn eine Familie damit vierzig oder fünfzig Jahre gelebt hat und dadurch konsequent und permanent suche, komme ich natürlich auch immer wieder in die Freude des Findens.
00:14:29: Und das ist doch etwas sehr, sehr besonderes muss ich sagen wenn ich... also ich habe jetzt beispielsweise in Amerika auf meiner letzten Reise einen wunderbaren kleinen Diabolenz gekaufen kann der sich, ich glaube seit neunzehn-fünfzig in der Sammlung befindet und ich hab diese Leute durch ein Museumsdirektor kennengelernt und so sind wir uns näher gekommen.
00:14:46: So habe ich die Familie besucht und irgendwann haben sie gesagt jetzt scheint es uns die richtige Zeit zu sein dass sie's mitnehmen etwas sehr, sehr besonderes dann halt eben diese Qualität auffinden zu können und ja dann anbieten zu dürfen.
00:14:59: Das heißt aber deine Einkaufskanäle sind teilweise auch Privatmenschen wie dieses genannte Beispiel Sammler?
00:15:06: Wo kaufst du noch?
00:15:07: Also ich bin offen und ehrlich tatsächlich kaufe ich überall also ich kaufe bei Privatpersonen Ich kaufe auch bei Stiftung oder Nachlisten weil ich kaufer auch bei Auktionen, ich kauffe bei Händlerkollegen.
00:15:17: denn dadurch das eben wie Du es gerade gesagt hast dass natürlich sozusagen Und das Wort fällt mir eigentlich sehr schwer.
00:15:24: Die Ware verknabbt ist, ich möchte es eigentlich nicht als Ware betrachten aber dadurch dass sie natürlich limitiert ist in Anzahl bin ich daran interessiert das Richtige zu bekommen.
00:15:34: und wenn das eben eine öffentliche Auktion ist dann ist das auch ein öffentlicher Auktions.
00:15:37: Ich finde da spricht eigentlich nichts
00:15:39: gegen.
00:15:39: Wenn man Franz Marc oder August Macke die hier im Programm hat... Das sind für mich so große Namen die kenne ich wirklich nur aus dem Museum Die sind aber bei euch als Künstler ja vertreten, also das ist doch wirklich sehr besonders so was aufzuspüren.
00:15:55: Ja, das ist wirklich tatsächlich besonders!
00:15:56: Also ich meine, Macke ist bereits im August, September, September fallend in Franz-Markt.
00:16:02: Das heißt es sind natürlich auch wirklich kleine abgeschlossene Fris.
00:16:09: Das hat zum einen was damit zu tun natürlich mit unserer Tradition.
00:16:11: Also wir haben jetzt, dass die Situation gab eine Privatsammlung, die mein Stiefvater mit aufgebaut hat in Venezuela, die sich an uns gewandt hat um diese Arbeiten auch wieder für sie zu verkaufen weil ein Erbfall ansteht und die Kinder nicht mehr unbedingt mit der Kunst leben wollen was deren Eltern gesammelt haben einige Dinge behalten.
00:16:30: Aber so kommt es eben das ich Leute die uns bekannt sind an uns wenden.
00:16:34: aber ganz intensiv ist es auch der Fall, dass sich Leute an uns wenden die von jemand anderem gehört haben das wir für sowas die richtigen Ansprechpartner sind.
00:16:45: Es gibt keinen Schema F und was sehr Beglückendes tatsächlich.
00:16:50: denn wenn man irgendwie denkt, es meldet sich im Sommer, wenn mir gar keiner mehr, ruft plötzlich der Richtige an und sagt ich habe beispielsweise einen Macker den ich jetzt abgeben
00:16:57: würde Es gibt kein Schema f und es gibt wahrscheinlich auch kein klassisches Galerien Timing.
00:17:04: In der Regel ist der Rhythmus einer Galerie bestimmt von,
00:17:08: also im
00:17:09: Großgaleristenwesen Venedig und den Messen Basel-Freeze
00:17:13: etc.,
00:17:14: you name it.
00:17:16: Bei dir habe ich das Gefühl wenn etwas in den Stock würdest du das so bezeichnen kommt, also in deinem Besitz kommt dann hat es vielleicht auch die Zeit die es eben braucht um wiederum den Käufer zu finden Die richtige zum richtigen Zeitpunkt ist.
00:17:32: Das ist absolut richtig, also eine Ankaufentscheidung muss bedeuten ich möchte dieses Werk besitzen Ich möchte Eigentümer dieses Werks werden und wenn ich das Werk fünf oder zehn Jahre behalte dann ist das finanziell für mich immer noch die richtige Entscheidung weil die Qualität die Richtige ist.
00:17:46: Also letztens dass es wiederum vielleicht nicht ganz so gelaufen wie geplant Eine Arbeit von Christian Rohl verkauft ist länger im Bestand der Galerie gewesen als ich alt bin.
00:17:55: Natürlich nicht die Art, also ganz so.
00:17:58: Das ist vielleicht das Extrem, dass wir nicht unbedingt nur vorzugen würden.
00:18:02: Aber was du gerade ansprachst Also sozusagen eben wie das Jahr durchdekliniert ist, das ist für mich sicherlich anders Denn wir machen sehr viel weniger Messen Wir machen für uns die wichtigste Messestität von Maastricht Und es hat halt etwas damit zu tun Dass wir uns nicht so häufig mit der Qualität, mit der wir uns zeigen wollen An die Öffentlichkeit gehen können denn Es gibt sie nicht so Häufig.
00:18:25: Dementsprechend machen wir kein Messerzirkus von acht oder zehn Messen und eine Ausstellung in Venedig, falls es einfach die Kunst nicht
00:18:31: gibt.
00:18:32: Gibt's eine Arbeit an die du denken kannst, die nur sehr, sehr kurz in deinem Besitz war?
00:18:38: Ja das kann ich weil das eine ganz aktuelle Geschichte tatsächlich ist.
00:18:44: Ich habe vor anderthalb Wochen ein wunderbares kleines Aquarell von Paul Klee gekauft was eine collagierte Arbeit ist, also zerschnitten und rearangiert.
00:18:56: Also genau das, was man eigentlich bei Klee so wunderbar findet.
00:18:59: Und tatsächlich habe ich die Arbeit bereits nach sieben Tagen verkauft.
00:19:04: Die Arbeit ist bei mir in der Galerie nie angekommen.
00:19:06: Ich muss sogar gestehen, ich habe die Rechnung beim Eigentümer noch nicht bezahlt gehabt bevor mir der Käufer schon die Zusage gegeben hat.
00:19:13: Da hab' ich auch geschwunzelt.
00:19:16: Aber das ist sehr unüblich!
00:19:18: Aber das ist ein klassischer Trüffelschweinmoment, dass du eben die Nase am richtigen Ort zum richtigen Zeit hattest.
00:19:23: Wie eigentlich ganz vieles in meinem Beruf ist es auch von einer gewissen Ambivalenz geprägt?
00:19:27: Denn das was ich gerade ansprache diese Entscheidung etwas besitzen zu wollen, die ist dann natürlich ein bisschen absurdum geführt denn ich besitze es ja nicht.
00:19:36: Ich habe es nicht einen Tag bei mir in der Galerie gehabt und das ist schon auch etwas sehr Beglückendes, um sich dieser Arbeiten temporär umzudürfen Und das ist bei dem eben nicht der Fall.
00:19:46: Und die Käuferin in diesem Fall, wie hat sie davon erfahren?
00:19:49: Sind es Arbeiten wo du auch Kontakt hast und weißt okay jemand sucht sehr dringend Paul Kleem möchte unbedingt einen haben oder was dann so jemanden auch ein bisschen dahingeleitet?
00:19:58: oder
00:19:59: ist das
00:20:00: geheim solche Fragen?
00:20:02: Ich weiß es nicht!
00:20:04: Also so'n Kaufmoment ist ja schon sehr intim und wenn man vielleicht so'nen Kundenkreis hat dann sind das natürliche auch
00:20:10: sehr
00:20:11: intime Fragen aber ich frag Sie trotzdem.
00:20:13: Also tatsächlich ist es eigentlich ein Zufall gewesen und zwar haben wir beim Abendessen in der Schweiz zusammengesessen, haben uns lange intensiv unterhalten wie das denn eigentlich mit der Sammlung weitergeht.
00:20:21: Denn es ist eine wirklich tolle Sammlungen der Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts also von Schagal bis zu Lohves-Corinth aber auch Katharina Grosse also wirklich eklektisch gesammelt, aber das mit größter Qualität.
00:20:32: Und die Dame sagte zu mir, dass Clé etwas ist was sie wahnsinnig spannend findet und was sie Wahnsinnig interessant findet.
00:20:39: Normalerweise geht es auch nicht so, wie eben in dieser Dauer habe ich ihr auf meinem Handy ein Foto gezeigt von der Arbeit.
00:20:45: Und sie sagt dazu mir das ist ja der perfekte Startschuss!
00:20:48: Ich hab' n bisschen länger gebraucht um zu realisieren was sie denn eigentlich gerade zu mir gesagt hat weil sie dann am Ende des Abends ist und sagt uns schicken Sie mir bitte die Rechnung!
00:20:56: Ich stammelte etwas vor mich hin, wie sie das in meinen würde.
00:20:59: Sagt ihr, hey mitzundes habe ich gekauft?
00:21:01: Das war doch offensichtlich... Wann musst
00:21:02: du sie erstmal
00:21:02: kaufen?!
00:21:05: Das war alles unter Dach und Fach.
00:21:07: Die Überweisung war noch nicht ausgeführt, aber das ist eigentlich etwas was unüblich ist.
00:21:13: Normalerweise rate ich den Leuten immer dazu sich die Dinge vorher im Original anzusehen.
00:21:18: Nicht übers Internet zu kaufen oder in einer Abbildung.
00:21:21: Nun kenne ich die Dame so gut und sie kennt mich so gut dass ich weiß, dass es picture perfect für sie.
00:21:26: Aber normalerweise würde ich immer dazu raten zu sagen, Ich mache mir die Mühe und ich gucke es mir im Original
00:21:30: an.
00:21:31: Und sich Dinge im original anzugucken macht in Dortmund auch großen Spaß!
00:21:35: Ihr habt sehr schöne Galerieräume, die wiederum auch mit der Region verbunden sind.
00:21:40: Vielleicht kannst du mal so ein bisschen in euer Programm und auch was für Ausstellungen ihr vor Ort macht reinleuchten?
00:21:45: Was uns vielleicht auch in naher Zukunft erwartet oder eine Reise nach Dortmund
00:21:48: wert wäre.
00:21:49: Das finde ich wunderbar.
00:21:51: Tatsächlich haben wir das Glück... Die ehemaligen Vorstandszimmer der Hapener Bergbau AG, für uns als Galerie nutzen zu können.
00:22:00: Das ist da im Jahr verwendet.
00:22:02: Also wirklich tolle fünftiger Jahrearchitektur, die lange stiefmütterlich behandelt wurde aber wie ich finde eigentlich vor allem für uns das Kunstgalerie großartige Möglichkeiten bietet.
00:22:13: Außen heller Travertin, wahrscheinlich.
00:22:15: Innen schwarzer Mermor.
00:22:17: Richtig und stoffbespannte Wände Holzverterfelung also das eigentlich das komplette Gegenteil zu einem White Cube.
00:22:27: aber wir sind in diesen Räumlichkeiten seit dreißig Jahren.
00:22:31: das ist immer so gewesen.
00:22:32: es hat etwas ausgesprochen zeitloses tatsächlich wenn ich einfach nur die letzten sagen über letzten acht oder neun Jahre Reflektiere, was wir für Ausstellungen gezeigt haben.
00:22:43: Das zeigt das, was in diesen Räumen möglich ist.
00:22:48: Wir versuchen nicht aktiv wenig Ausstellung zu zeigen, sondern wir wollen Ausstellung zeigen die dann aber wirklich das Beste des Besten vom Künstler her geben.
00:22:56: So haben wir der Künstlern.
00:22:59: Die letzte Ausstellung war tatsächlich schon... Vor zwei Jahren haben wir eine große Markschagall-Ausstellung gezeigt mit Zweiundzwanzig Unikaten, die zum Teil noch nie in der Öffentlichkeit gewesen sind.
00:23:08: Was natürlich was Besonderes gewesen ist, davor haben wir dem von mir sehr verehrten Bildhauer Norbert Krikke eine große Ausstellung zum hundertsten Geburtstag ausgerichtet, die von Florian Ilias im Katalog begleitet wurde und wirklich nochmal neue Perspektiven auf das Werk des Künstlers eröffnet hat.
00:23:24: Und wenn man sich unseren Krieg als halbinformellen Bildhauern und Schagall vorstellt, dann haben die beiden einfach überhaupt nichts miteinander zu tun.
00:23:33: Gibt aber die Möglichkeit in der Galerie das eben repräsentativ und ästhetisch zu präsentieren.
00:23:40: Da fordten wir eine Gegenüberstellung von Emil Nolde und Christian Rolfs und haben Emil Schumacher groß gezeigt.
00:23:46: und das was Felix gerade antriggerte ist mir eigentlich ein Herzensprojekt.
00:23:51: Das kann sein... also die Wahrscheinlichkeit ist dass wir es nächstes Jahr zeigen, dass wir eine große Ausstellung zum französischen Impressionismus zeigen Also von Monet über Pesaro bis zu Sizzle und den weiteren Zeitgenossen, was uns mit großer, großer Spannung auflädt.
00:24:07: Aber eben auch bedeutet ein solches Projekt dauert in der Regel drei bis vier Jahre wenn nicht sechs bis sieben und das ist manchmal nicht ganz absehbar wann man etwas hat.
00:24:16: Und es wäre für die Galerie glaube ich was Impressionisten betrifft fast eine Premiere?
00:24:20: Ja das wäre tatsächlich eine Premiere.
00:24:22: also Sie sind Impressionistin zwar schon durch unsere Hände gegangen Das wäre auch sehr schön.
00:24:49: Ich muss nochmal in die Anfangszeit eurer Galerie zurückgehen, weil ich... Ich kann mir diese Frage irgendwie noch nicht wirklich beantworten.
00:24:55: Also du hast gerade die Galerie-Räume heute beschrieben, wie Ausstellungen funktionieren und was uns erwartet vielleicht auch am nächsten Jahr?
00:25:02: Wie kann ich mir das denn im neunzehnten Jahrhundert vorstellen?
00:25:04: Gab es da auch Möglichkeiten einfach in Räume reinzulaufen und sich etwas anzugucken?
00:25:08: War eine Ausstellung so konzipiert damals?
00:25:11: Waren das so wie man so dieser Salon von damals kennt mit schweren Vorhängen und Petersburger Hängung oder... Gibt es überhaupt Aufnahmen aus der Zeit?
00:25:20: Ja, es gibt historische Aufnahmen.
00:25:21: Also weil die Familie tatsächlich das erste Stahlträgerhaus Dortmunds gebaut hat und dass damals auch in der Zeitung sehr besprochen worden ist, weil es den Blick von der Renault-De-Kirche zum Rathaus verstellt hat.
00:25:31: Und das ist nicht nur auf Gegenliebe gestoßen.
00:25:34: Tatsächlich war das Verkaufsfläche mit Ausstellungsräumlichkeiten gewesen.
00:25:38: Ich erinnere mich an Anzeigen wie... Dortmunds größte Ausstellungsfläche, Kunst auf so und so viel Quadratbeten.
00:25:44: Was ich irgendwie ganz wirklich, wirklich lustig fand.
00:25:47: Zwei oder dreizehn sind die, glaube ich gewesen.
00:25:50: Und ja tatsächlich ist das gewesen also dass vor Ort erworben werden konnte.
00:25:55: Okay!
00:25:56: Und wahrscheinlich damals auch eher diese, naja man würde heute sagen etwas plüschige Atmosphäre mit Tapete oder farbigen Wänden und manchmal auch noch so Pflanzen.
00:26:07: Also Pflüschige Einrichtung sage ich jetzt.
00:26:10: Also Pflanzen sind mir nicht begegnet, aber ansonsten würde ich das absolut bestätigen.
00:26:13: Also Petersburger Hängung, schwere Vorhänge also eigentlich so wie man sich das ganz klassisch von einer Abbildung von damals zu vorstellen, so sah es auch aus ja.
00:26:19: Was
00:26:19: vorhin im Vorgespräch Kurs erwähnt dass ihr einen sehr internationalen Kundenkreis habt und manche waren auch noch gar nicht in Dortmund Wie funktioniert denn dann mit so internationalem Kunden das vor Ort betrachten oder reist ihr dann mit Werken auch manchmal durch die Welt?
00:26:34: Ja, auch das kommt vor.
00:26:36: Also es ist natürlich eine ganz intensive Form der Kontaktpflege.
00:26:42: Ich reise sehr viel, das geht gar nicht anders.
00:26:45: Besuch meine Sammler, meine Kontakte und bin mit den Leuten im Austausch.
00:26:49: Und tatsächlich gibt's auch das, dass wir Dinge zur Ansicht irgendwo hinschicken.
00:26:53: Es ist eigentlich ein skurrierer Situation mit einem Amerikaner gehabt... Der wollte vier Schaggals kaufen und wir waren uns eigentlich noch nicht so ganz einig, wie wir das mit den Modalitäten machen.
00:27:05: Also wer die Versicherung bezahlt wird den Transport bezahlt.
00:27:07: ich habe mir da eben vorgeschlagen dass es an ihm ist Und wenn er etwas kaufen sollte weil er nicht nach Dortmund kommen wollte Das wenn er was kauft Ich diese Kosten dann übernehme.
00:27:15: So hat das Klima für ihn überhaupt nicht in Frage.
00:27:17: Er kauft jetzt einfach sofort das teuerste Bild Und würde dann einfach verlangen dass ich den Transport und die Versicherungen übernehmen.
00:27:22: Das war für mich jetzt nicht so schwer mich darauf zu einigen.
00:27:26: Dann haben wir die Arbeiten von einer Spedition dort hinschicken lassen und Wir waren eigentlich Montag nachmittags um fünfzehn Uhr verabredet bei ihm, um gemeinsam die Kisten auszupacken.
00:27:34: Die Dinge anzusehen.
00:27:37: Da möchte ich Werbung für Hasenkamp machen.
00:27:38: das ist eine absolute Sehnsitzung der Speditions, die das mit perfekten Kisten drüber transportieren so dass man sich wirklich keinerlei Sorgen machen muss.
00:27:45: Die haben aber vorhin eine Partnerspedition gehabt, die es ausliefern übernommen hat Und die sind bei ihm schon um elf Uhr aufgetaucht.
00:27:54: Ich muss gestehen, ich war stand da gerade auf dem Tennisplatz als mein Telefon klingelt und der Mann am Telefon war.
00:27:59: Und sagte also in Englisch was das denn hier finde?
00:28:04: Ich drück mich jetzt mal zoolisiert aus.
00:28:06: Was ist das denn jetzt ja alles für eine Katastrophe?
00:28:07: Sei hier werden die völlig falschen Bilder angekommen!
00:28:10: Ich bin fast hinten rübergefallen, bin unter die Dusche gerannt ins Obergesprung und zu ihm gefahren und er rief mich auch nochmal ansatzte diesen ganzen wieder drücke ich mich zivilisiert aus den ganzen Mistlister jetzt sofort zurückgehen und sowas hätte er noch nie erlebt.
00:28:26: stellte sich heraus, dass lediglich die Partnerspedition in Amerika von unserer Homepage verschiedene Abbildungen von Chagall abkoppiert hat und ihr einfach auf die Kisten geklebt habt.
00:28:35: Und er also dachte es sind völlig andere Bilder von Chaghall in den Kisten!
00:28:38: Ich habe ihn wirklich inständig bekniet bitte bloß nicht die Kiste zurückzuschicken bis ich da bin.
00:28:44: Also ich war mir auch unsicher was da eigentlich passiert.
00:28:46: Ich war beim Packen der Kisten dabei.
00:28:48: Also wusste ich auch das die da drin sein müssen.
00:28:57: Ich
00:28:59: würde gerne noch mal kurz auf das Galerienprogramm zu sprechen kommen.
00:29:03: Gerade auf so Positionen wie Chagall, die Brücke Künstler und auch die klassische Moderne Denn das sind ja alles Künstler.
00:29:13: Du hast vollkommen recht, einerseits ist der Markt knapp andererseits würde ich mir vorstellen dass in den kommenden Jahren
00:29:20: auch
00:29:21: vieles an Ware du hast dieses Wort vorhin selber verwendet auf dem Markt kommen dürfte denn wir haben es natürlich aktuell mit einem sogenannten Great Welk Fan Great Wealth Transfer zu tun mit einem Generationswechsel von Sammlerschaft.
00:29:38: Wie blickst du auf dieses, was da möglicherweise kommt und auch vielleicht auf die Schwämme von diesen Künstlerinnen, meistens den Künstlern, mit denen Du handelst?
00:29:50: Ein Punkt, den Du erwähnst.
00:29:52: Meistens sind es Künstlers das wirklich bedauerlich ist und etwas wo ich mir auch Mühe gebe dass in unserem Handel wirklich intensiv viel mehr... herauszustellen, welche Wichtigkeit Positionen wie Gabriele Münter oder Marianne von Werewki haben.
00:30:05: Dieser Markt und dieser Geschmack für diese Kunst hat sich sicherlich in den letzten zwanzig Jahren sehr intensiv verändert.
00:30:11: also das was früher in den achtziger- neunzigerjahren immer begehrt gewesen ist wie sozusagen nennen wir es jetzt mal mittelmäßige Papierarbeiten oder sowas Das hat sich total geändert.
00:30:22: Also dafür gibt's wirklich nur noch viel weniger Markt und viel weniger Sammler.
00:30:26: die Dinge die von besonderer Qualität sind herausragender Papierarbeiten, besondere Gemälde.
00:30:32: Die ziehen tatsächlich auch eine Sammlerschaft an die mit der klassischen moderne Origin her eigentlich gar nichts zu tun hatte was ich total spannend finde.
00:30:37: also die häufig zeitgenössisch begonnen haben aber dann eigentlich interessiert sind wo kommt das eigentlich her?
00:30:41: Was sind deren Einflüsse?
00:30:44: Es gibt also eine veränderte Situation in der Käuferschaft Also eher qualitätskonzentriert als breite konzentriered und da ist natürlich die Schwierigkeit schon ein bisschen dass die Qualität nicht auf kurz oder lang sowieso im Museum landet, aber in Situationen kommt die sie dem Markt entziehen.
00:31:07: Also eben Museumsbesitz, Stiftungsbesitz oder einfach auch Weitergabe in der Familie und es ist ja eigentlich ganz toll wenn eine Familie in der Lage ist solche Dinge zu behalten und Nicht nur für sich zu haben noch schöner ist als wenn Sie bereit sind das auszuleihen.
00:31:20: Noch noch viel schöner isst wenn sie bereit sind ein museum zu schenken.
00:31:24: Und dass ist ja auch eigentlich was ganz skurriles Mein Métier eigentlich sozusagen, der die Königsklasse oder Ritterschlag ist.
00:31:33: Ist das Verkaufen an Museen?
00:31:34: Was natürlich bedeutet, dass kriege ich nie wieder.
00:31:36: also eigentlich ist es wirtschaftlich was heißt Sinn befreit ist ein bisschen übertrieben.
00:31:40: aber Es ist natürlich so Dass dann die Dinge weg sind und nie wieder zu mir zurück kommen.
00:31:44: Und Wir haben ja Bindung Zu unseren Sammlern.
00:31:47: Das wird zum Teil halt eben Die aufbauende Generation Dann Aber auch wieder die veräußernde generation beraten und betreuen.
00:31:53: Und die Sammlerschaft, die du gerade erwähnt hast, die dann vielleicht zum allerersten Mal eine Brücke oder eine klassische Moderne kauft.
00:32:02: Das ist ja dann bis zum gewissen gerade auch deine Aufgabe, die daran zu führen.
00:32:07: wie gehst du davor?
00:32:08: Wie machst du sie darauf aufmerksam das es da noch interessanteres oder zumindest ergänzend interessantes zur zeitgemäßischen?
00:32:16: Ja, da werden wir wieder bei dem Schema F. was es so nicht gibt also dass sich tun kann, als meine Aufgabe empfinde ist zu versuchen eine Begeisterung zu vermitteln.
00:32:25: Warum mir diese Dinge viel bedeuten?
00:32:26: Warum ich sie für für für Kunst historisch herausragend halte.
00:32:30: aber letztendlich muss das natürlich schon intrinsisch motiviert sein.
00:32:33: also ich werde jemanden der sagt ich sage mit zeitgenassischer Kunst dem werde ich nicht einreden können dass er plötzlich mit einem orthodix von neunzehntinzehn sich beschäftigen muss.
00:32:40: das muss langsam gedeihen und das ist natürlich etwas wo wir in Deutschland dieses sensuale Privileg haben eigentlich in der hinterletzten Kommune noch ein örtliches Museum haben, wo man wirklich bedeutende Dinge sehen kann und dementsprechend kann man die Leute nur dazu animieren.
00:32:57: Guckt euch an was vorher war geht in die Museen
00:33:04: durch Museen, was mir gerade einfällt.
00:33:07: Also du hast gerade beschrieben dass ihr natürlich auch viel museumale Kunst habt und das es eben auch besonders ist an ein Museum zu veräußern.
00:33:15: aber wir sind ja nun der Podcast für ein Museumsförderverein.
00:33:19: die Freunde in der Nationalgalerie kaufen ja auch Kunst an für Museen weil eben die Mittel knapp sind sie sind begrenzt.
00:33:26: Was beobachtest Du dort auf dem Markt?
00:33:28: Ist es etwas was in den letzten Jahren vielleicht noch brisanter geworden ist Museen viel weniger kaufen?
00:33:34: Ja, also ich meine wenn man das auf europäische Museen und vor allem auch auf deutschen Museums bezieht dann ist es sehr wahrscheinlich richtig.
00:33:42: Natürlich ist auch der Bereich in dem Ich Handel von vielen Museen voll den deutschen Museen gut besetzt und dann vielleicht ist dann vielleicht das Augenmerk auf anderen Dingen oder jüngeren Positionen oder halt eben auch Dingdienstbudget passen.
00:33:55: Ich finde großartig, welche Form der Intensität eigentlich Freundeskreise haben.
00:34:01: Wie sie ihre Institutionen unterstützen und seit es von Berlin bis nach Frankfurt.
00:34:05: da wird wirklich eine so tolle Hilfe auch finanzieller Natur geleistet ohne die das wahrscheinlich nicht möglich wäre.
00:34:10: Die Museen mit denen ich mehr zu tun habe sind tatsächlich amerikanische Museen, die von staatlichen Fördergeldern in der Regel weniger abhängig sind.
00:34:18: Das ist der Bonus.
00:34:19: Der Malus ist diese dann von privaten Geldgebern abhängigen
00:34:22: Was natürlich häufig eine ganz tolle Dynamik dann auch wieder dort unterfördert.
00:34:26: Ja,
00:34:26: natürlich!
00:34:27: Klar was auch die Konkurrenz-Dynamik fördert.
00:34:29: Also so ein Wert tut mehr für sein örtliches Museum.
00:34:33: aber es ist natürlich so dass sozusagen die Preise auf dem Kunstmarkt... ich kenne jetzt keine Statistiken das ist jetzt einfach nur mutmaßen sehr gestiegen sind im Vergleich zu vor zehn, zwanzig, dreißig Jahren.
00:34:46: Reden wir noch ein ganz bisschen zum Schluss vielleicht über die aktuellsten Kunstmarkt-News.
00:34:53: Es gibt dort einen neuen Player, Pastey Donner Schrader der insofern auch ganz spannend ist als hier ein eigentlich ursprünglicher Stimmt gar nicht so ganz.
00:35:03: Primärmarktakteur war Pace Nie, weil sie in der Zwischenzeit auch schon etliche Nachlässe sozusagen mit verwalten können.
00:35:10: wie beobachtest du überhaupt so Verschiebungs- und Verschränkungstendenzen aktuell auf dem Kunstmarkt?
00:35:15: Also in diesem Fall ist es eben der Zusammenschluss einer Großgalerie mit zwei Sekundärmarkthändlern letztlich Kollegen von dir aus den USA.
00:35:25: Fantastischen Leuten!
00:35:27: Was beobachtet du wenn du auf den Markt blickst?
00:35:31: Wie gehst du mit ihnen um als Reaktion?
00:35:33: Also ich beobachte ganz eindeutig eine Rückwendung eigentlich in der Kunstgeschichte, also auch von den großen zeitgenössischen Megagalerien.
00:35:47: Also beispielsweise hat Ropatsch offensichtlich die Nachlassvertretung von Oskar Schlemmer einen von mir sehr geliebten Bauhauskünstler übernommen und das finde Das ist sozusagen kein singuläres Event, sondern das tritt vermehrt auf.
00:36:01: Dass halt eben die Galerien, die durch das Pflegen- und Großmachen zeitgenössischer Künstler eben so eine Bedeutung am Markt erworben haben sich sehr viel mehr interessieren und einmischen hört sich negativ an, so meine ich es nicht aber sehr vielmehr einmischend in das was eigentlich sozusagen die klassische Aufgabe des Handels ist.
00:36:20: Ich sehe das rundherum positiv.
00:36:24: eine Max Beckmann Ausstellung in Basel zeigt, dann finde ich das persönlich großartig und bereichernd.
00:36:30: Aber ich find's natürlich auch als Händler von Max Beckman wahnsinnig interessant und spannend dass sich tolle Kollegen in einen Markt engagieren.
00:36:41: Das ist sicherlich besser ausgedrückt Und da bin ich der Meinung, das kann die Rezeption des Künstlers nur zugutekommen.
00:36:48: Gleichzeitig ist es natürlich wahrscheinlich auch in der aktuellen Kunstmarktlage ein Griff nach einer sicheren Bank, nach dem Kanon, nachdem bereits etabliert.
00:36:57: Das würde ich voll unterstreichen.
00:37:00: also ich würde schon denken dass es einen großen Rückgang in den vergäufenden zeitgenössischer Kunst gibt.
00:37:05: und wenn man sich mal überlegt in welche Bahn das eigentlich gelaufen ist wie viel Geld jüngste Künstler, die gerade von der Akademie gekommen sind gekostet haben.
00:37:14: Dann glaube ich das viele Leute realisiert haben dass das Rad vielleicht ein Stück zu weit gedreht wurde und man ab einer gewissen Summe auch in einer ja in einer kostsensibilität bei den Sammeln ist, dass die irgendwann auch sagen also das alles irgendwie auf sozusagen nur ins Casino zu tragen, sagen wir es als kunstgeschichtliche Casino denn jemand der mit zweiunddreißig super begehrt und super renommiert und super hip ist Da weiß man ja nicht, wie der in die Kunstgeschichte kanonisiert wird wenn er fünfundsebzig geworden ist.
00:37:43: Das ist einfach Glaskugel und da glaube ich das es bei den Sammlern und dementsprechend auch bei den Anbieter ein großes Interesse gibt an den wertstabilen Positionen.
00:37:52: Du machst inzwischen das, was du machst auch wahrscheinlich so seit etwa fünfzehn Jahren würde ich schätzen.
00:37:57: Würdest du sagen dass du jetzt rückblickend auf diese ersten anderthalb Dekaden fast sowas wie ein Bestätigungsgefühl hast im Sinne von es war gut, dass sich diesen Weg eingeschlagen habe und mir die Zeit auch gegeben und genommen habe zu merken
00:38:12: auch
00:38:12: diese Bewegungen gibt oder gab es schon auf diesem Weg teilweise den Blick auf Kollegen des gleichen Alters, wo du gesehen hast als der Kunstmarkt vor allem der zeitgenössische extrem heiß war.
00:38:23: Boah Scheiße die
00:38:25: verkaufen
00:38:25: so gut!
00:38:26: Das geht so schnell das ist so schnell so teuer und dich manchmal gefragt hast was mache ich hier eigentlich?
00:38:33: Das frage ich mich eigentlich jeden Tag tatsächlich.
00:38:34: also ich glaube dass selbst Reflexion zum einen sehr wichtig ist aber ja natürlich frage ohne allerdings zu hardern oder zu neiden, also das ist mir tatsächlich völlig fremd.
00:38:46: Ich gucke mir besonders gerne an was andere Menschen gut können und versuche mir vielleicht auch etwas abzugucken, was für mich interessant sein kann.
00:38:55: aber auf die Idee oder auf den Wunsch mit ausschließlich zeitgenösslicher Kunst zu handeln bin ich nie gekommen.
00:39:02: denn da muss ich offen ehrlich sagen... Da liegt meine Expertise nicht.
00:39:05: Also ich könnte das natürlich versuchen, aber ich fürchte... Das wäre fast lächerlich wenn ich das beginnen würde.
00:39:11: Denn wie gesagt da liegt meine Expertise und mein Verständnis nicht für Und dementsprechend bin ich der Meinung muss ich damit auch nicht anfangen.
00:39:18: Dann sind wir um so gespannter was du es nächstes kaufen und dann wieder verkaufen wirst.
00:39:23: und danken dir sehr für dieses Gespräch.
00:39:25: lieber Lukas
00:39:27: Welches ist dein Lieblingsmuseum?
00:39:28: Ich
00:39:29: denke dass es zum einen aufgrund seiner Spezifik die neue Galerie ist sozusagen dieser paradiesischen Zustände gleich gegenüber das Metropolitan Museum, der jetzt auch zusammen geht.
00:39:39: Aber auch weil ich für die neue Galerie gearbeitet habe ist die neue galerie zwangsläufig
00:39:43: auf der eins.
00:39:44: Hast du einen Lieblingsort und verrätst uns
00:39:47: wo der ist?
00:39:47: Tatsächlich bei meinen Kindern... Und meiner Frau!
00:39:51: Gab es in letzter Zeit eine Situation, in der du gescheitert bist.
00:39:54: Was hast du daraus mitgenommen?
00:39:56: Scheitern tue ich ziemlich regelmäßig.
00:39:58: In den Luftschlössern, die ich baue, welche wunderbaren Ausstellungen ich zeige, welche tollen Bilder ich vielleicht kaufe und fair kaufe... Und daraus lerne ich eigentlich genauso fantasievoll weiterzudenken denn ich finde Träume sind etwas was man verfolgen muss und dementsprechend nur wenn man sie träumt irgendwann auch in die Realität
00:40:15: umsetzen kann.
00:40:16: Worauf bist Du gerade neugierig?
00:40:18: Also tatsächlich bin ich sehr neugärig darauf in unserer politischen Gesamtgemeingelage sich so weiterentwickelt.
00:40:23: Also sei das innenpolitisch und außenpolitisch, ist es etwas was mich schon mit Spannung auflädt.
00:40:28: Vielen Dank für das Gespräch Lukas!
00:40:30: Besonders gern!
00:40:31: Und euch vielen dank fürs Zuhören.
00:40:33: wenn euch der Podcast gefallen hat bitte bewertet ihn mit fünf Sternen folgt uns auf Instagram und abonniert diesen podcast
00:40:39: bis
00:40:39: bald.